Nach heftigen Turbulenzen kommt die Immobilienbranche langsam wieder in die Gänge. Das zweite Halbjahr steht im Zeichen der Stabilisierung. Trotzdem müssen die meisten Immogesellschaften Abwertungen ihrer Portfolios hinnehmen.
Pennystock Immofinanz
Notwendige Abwertungen
Einen um 80 Millionen geringeren Wert ihres Portfolios verzeichnet auch die Conwert AG per Ende September, obwohl sich die Anzahl der Immobilien um 17 erhöht hat. Das auf Altwohnbauten spezialisierte Unternehmen hatte im Vorjahr noch um 47 Millionen aufgewertet, in den ersten drei Quartalen 2009 hingegen praktisch nicht. Bedingt durch diese »Verzerrung« sei das Ebit heuer mit 73 Millionen Euro auch deutlich niedriger ausgefallen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, als das Betriebsergebnis 108 Millionen ausmachte, wie die Conwert mitteilt. Die zum Conwert-Reich gehörende, auf Gewerbeimmobilien spezialisierte Eco Business Immobilien hat ihre Verschuldung durch Verkäufe reduziert. Hatte das Unternehmen Ende September 2008 noch 123 Objekte im Portfolio, wurde der Bestand heuer um die Hälfte reduziert. Das Vorsteuerergebnis (EBT) wurde von –25,4 Millionen Euro im Vorjahr auf –10,7 Millionen in den ersten drei Quartalen 2009 reduziert. Das Geschäftsergebnis beträgt in den ersten drei Quartalen 5,3 Millionen Euro, nach 5,7 Millionen im Vergleichszeitraum 2008. Auch die Eco unter ihrem Noch-Vorstandsvorsitzenden Friedrich Scheck – er tritt Ende des Jahres zurück – vermeint, im dritten Quartal 2009 eine positive Trendwende zu verspüren. Nach Abwertungen von –25 Millionen im ersten Halbjahr hat die Immobilienfirma ihr Portfolio im dritten Quartal bereits wieder um knapp 7 Millionen Euro aufgewertet.
Mit steigenden Umsätzen auf dem zentral- und osteuropäischen Immobilieninvestmentmarkt rechnet auch das Immobilienbewertungsunternehmen CB Richard Ellis (CBRE). Allerdings werde sich diese Erholung erst 2010 und 2011 einstellen, für das heurige Jahr registriert das Unternehmen ein signifikantes Absinken der Investitionsvolumina. Vor allem die Märkte in Westeuropa waren von der Wirtschaftskrise betroffen, während etwa Polen auch heuer ein Wirtschaftswachstum verzeichnen wird. Auch für die nächsten beiden Jahre würden die Erfolgsaussichten auf den osteuropäischen Immobilienmärkten besser ausschauen als in Westeuropa, die Immobilienpreise beispielsweise in Warschau und Prag lassen laut CBRE Preisstabilität erwarten. So rechnet der Internationale Währungsfonds für die Slowakei mit 3,7 % Wachstum im Jahr 2010, für Polen mit 2,2 %. In der Eurozone werde die Wirtschaft hingegen nur ein Plus von 
»Banken beginnen zu finanzieren!«
Thomas Malloth, Obmann des Fachverbands der Immobilientreuhänder, über den Immobilienmarkt:
Report: In Immobilienkreisen ist von einer Stabilisierung des Marktes für Büro- und Gewerbeimmobilien im dritten Quartal die Rede. Ist dieser Optimismus berechtigt und welche Anzeichen gibt es dafür?
Malloth: Auffällig ist, dass die Banken wieder relativ problemfrei zu finanzieren beginnen. Was Gewerbeimmobilien betrifft, muss das Marktgeschehen sehr differenziert betrachtet werden. Gerade sie sind weitaus lageabhängiger als etwa Wohnungen. Die Büroimmobilien hatten aus meiner Sicht überhaupt keinen wesentlichen Einbruch, die Produktion war bereits bei Beginn der Krise weitgehend eingestellt, sodass der Markt zurzeit das bereits fertiggestellte Angebot aufnimmt. Wir haben eine im internationalen Durchschnitt bemerkenswert niedrige Leerstandsrate. Es ist durchaus an der Zeit, dass Projekte wieder geplant und begonnen werden. Für Einkaufsimmobilien gilt umso mehr die extreme Lageabhängigkeit. Dieser Markt gestaltet sich auch wegen der gegebenen Unsicherheiten im Konsum weiterhin abwartend. Bei industriell genutzten Liegenschaften ist keine wesentliche Bewegung erkennbar, das war aber auch schon vor der Krise so. Ähnliches gilt für Logistikimmobilien.
Report: Hat sich die Stabilisierung spürbar auf die Immobilienpreise und die Mieten ausgewirkt?
Malloth: Es gibt zahlreiche Fonds und institutionelle Anleger, die dringend Ware suchen. In diesem Bereich sind die Preise ungebrochen hoch. Ein ungebrochener Run ist auf Zinshäuser zu Anlagezwecken erkennbar. Der Wohnungsmarkt ist im Bereich Eigentum weiterhin eher hochpreisig, da sehen wir sogar einzelne Immobilien, die – gemessen an den letzten Jahren – Höchstpreise erzielen. Im mittleren und unteren Marktsegment wird das Preis- und Mietgefüge vollkommen stabil. Ich erwarte in diesem Bereich auch im Jahr 2010 eine weitgehend kontinuierliche Entwicklung, die jedenfalls eher nach oben als nach unten zeigt.
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Trends in der Immobilienbewertung
Seit der Erstauflage des Buches »Immobilienbewertung Österreich« im Jahr 2007 hat sich das ökonomische Umfeld in gravierender Weise verändert. Die weltweite Wirtschaftskrise verdeutlicht einmal mehr, wie wesentlich fundiertes Wissen über die sich kontinuierlich verändernden Rahmenbedingungen und »Werttreiber« der Immobilienwirtschaft ist. »Wichtig ist vor allem die Wiedergewinnung des Vertrauens in die Märkte, sei es der Kapital- oder der Immobilienmarkt«, betont Margret Funk, ÖVI Vizepräsidentin, die gemeinsam mit Sven Bienert von KPMG Herausgeber der ÖVI-Publikation »Immobilienbewertung Österreich« ist. Aufgrund der zunehmenden Einbindung der Immobilienmärkte in den breiteren, internationalen Kapitalmarkt und der Anforderungen weltweiter Bilanzierungsvorschriften wurden in Österreich in den vergangenen beiden Jahren auch »internationale« Methoden, wie jene des Discounted-Cash-Flow-Verfahrens, stärker verankert. »Die neue ÖNORM B 1802-2 bringt einen entscheidenden Schritt Richtung Harmonisierung der österreichischen mit den internationalen Bewertungsmethoden«, erläutert Funk die Auswirkungen auf die österreichische Immobilienbewertungslandschaft.In dem Buch wurden nicht nur Krise und internationale Normierungen im Rahmen der Neuauflage berücksichtigt, sondern auch neue Themenfelder wie Green Buildings und Nachhaltigkeit von Immobilien, die Wertabbildung im Markt, Wertzuwachs oder die Schnittstelle von Unternehmensbewertung und Immobilienbewertung.
In den vergangenen Jahren begann eine Entwicklung, die einen durchaus großen Einfluss auf die Immobilienbewertung hat und weiterhin haben wird. Unterschiedliche Aspekte haben dazu geführt, dass am institutionellen Immobilienmarkt häufiger Bereiche der Immobilien- und Unternehmensbewertung sich ergänzen bzw. überschneiden. Dies hat zur Folge, dass Immobiliengutachter sich verstärkt mit der Materie der Unternehmensbewertung auseinandersetzen sollten.
Info: www.ovi.at
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Plattform Immobilienwirtschaft
Wirtschaftskrise und die reduzierte Nachfrage haben die Investitionen im gewerblichen Immobilienbereich auf ein Minimum zurückgehen lassen. Im Wohnungsbereich wäre die Bereitschaft zu Investitionen aber vorhanden, ist sich Österreichs Immobilienwirtschaft sicher. Restriktive Maßnahmen des österreichischen Mietrechts und unattraktive steuerliche Rahmenbedingungen würden es den Investoren aber unmöglich machen, ihre Pläne in die Praxis umzusetzen, kritisiert Thomas Malloth vom Fachverband der Immobilientreuhänder in der Wirtschaftskammer. Oliver Brichard von der Wiener Wirtschaftskammer berechnet, dass allein in Wien rund 13.000 Objekte aus der Gründerzeit sanierungsbedürftig seien, was ein Investitionsvolumen von vier Milliarden Euro bedeute. Unwirtschaftliche Mieten und die Erschwernisse bei Dachbodenausbauten würden das verhindern. Aus diesem Grund haben sich Vertreter von Immobilientreuhändern, Bauträgern, Immobilieninvestoren und Hausbesitzern zusammengefunden, um Rahmenbedingungen für konjunkturbelebende Aktivitäten zu fordern. Für energieoptimierende Maßnahmen und Sanierungen sollte es die Möglichkeit der beschleunigten Absetzung auf zehn Jahre, eine fünfjährige Abschreibungsmöglichkeit, die Gleichstellung von Liegenschaften im Betriebs- mit jenen im Privatvermögen, den Verlustvortrag für den Haus- und Grundbesitz und die Vorsteuerabzugsberechtigung geben. In Wien solle es außerdem vereinfachte Förderungen bei Sanierungsvorhaben sowie Erleichterungen der statischen Auflagen bei Dachbodenausbauten in Gründerzeithäusern geben.
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