Die Statistik Austria belegt mit eindeutigem Zahlenmaterial, was bislang nur eine berechtigte Ahnung war: Die Bauwirtschaft blickt auf ein schwieriges Jahr 2009 zurück und ein noch schwierigeres 2010 steht bevor.
Von Jänner bis November 2009 erwirtschafteten die österreichischen Hoch- und Tiefbauunternehmen laut Statistik Austria einen Bauproduktionswert von 14,1 Mrd. Euro. Das bedeutete ein Minus von 5,3% im Vorjahresvergleich. Die Rückgänge im Hochbau waren mit -1% noch überschaubar, im Tiefbau mit -10% massiv. Und das obwohl die Konjunkturpakete der Regierung bereits Wirkung zeigte. Denn der Produktionswert der Bautätigkeit für den öffentlichen Sektor legte mit rund 5,8 Milliarden Euro um 3,9 Prozent zu. Regional betrachtet, konnten nur Wien (+2,0%) und das Burgenland (+0,1%) den Wert der technischen Gesamtproduktion im Vergleich zum Vorjahr steigern. In allen übrigen Bundesländern verringerte sich die Bautätigkeit im Vorjahresvergleich.
Relativ trist ist es auch um den Auftragsbestand der heimischen Bauunternehmen bestellt. Der Auftragpolster betrug Ende November 6,2 Mrd. Euro, das entspricht einem Minus von 7,7%. Im Tiefbau verminderte sich der Auftragsbestand gegenüber dem Vorjahr um 10,3%, wobei vor allem die Teilsparten sonstiger Tiefbau a.n.g. (-58,0%), Tunnelbau (-29,5%), Brücken- und Hochstraßenbau (-20,8%) sowie Bau von Straßen (-17,0%) für diesen negativen Trend verantwortlich zeichneten. Zuwächse bei den Auftragsreserven waren hingegen in den Teilsparten Wasserbau (+122,9%), Kabelnetzleitungstiefbau (+65,4%), Bau von Bahnverkehrsstrecken (+48,5%) sowie Rohrleitungs-, Brunnen und Kläranlagenbau (+16,7%) zu beobachten. Im Hochbau verminderte sich der Auftragsbestand gegenüber dem Vorjahr um 5,5% auf 3,0 Mrd. Euro. Dies war auf die abnehmenden Auftragsbestände in den Teilsparten Adaptierungsarbeiten im Hochbau (-31,3%), Industrie-, Ingenieur- und sonstiger Hochbau (-3,6%) sowie Wohnungs- und Siedlungsbau (-2,4%) zurückzuführen.
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