Wenn es eines weiteren Beweises für das Funktionieren der Bau-Sozialpartnerschaft bedurfte, hier ist er. Im Rahmen der Bauarbeiter-Lohnrunde einigten sich die Bundesinnung Bau und der Fachverband der Bauindustrie mit der Gewerkschaft Bau-Holz erstmalig auf einen Dreijahresabschluss.
Die Mindestlöhne werden an den Verbraucherpreisindex gebunden und im ersten Jahr um 1,1%, im zweiten um 0,85% und im dritten um 0,9% erhöht. Zusätzlich soll es Qualitätsprämien für ausgezeichnete Lehrlinge geben. Weiters wurde vereinbart, über den Gesetzgeber eine Angleichung des Bauarbeiter-Urlaubsrechts an das allgemeine Urlaubsrecht zu initiieren. Zur Verbesserung der Jahresbeschäftigung soll ein Verbrauch von Alturlauben bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses gesetzlich geregelt werden.
Außerdem wurden Arbeitsgruppen zur Regelung einer neuen Höhenzulage, zur Jahresbeschäftigung und zu Steuerfragen in Zusammenhang mit Taggeld und Versteuerung von Sonderzahlungen sowie für eine kontinuierliche Auszahlung des Urlaubszuschusses vereinbart. Zudem wollen sich beide Seiten für verbesserte Bedingungen zur Erlangung der Schwerarbeits- und Invaliditätspension für Bauarbeiter einsetzen.
Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer sprechen von einem fairen Kompromiss. . „Die Bindung an den Verbraucherpreisindex gewährleistet Flexibilität. Der Dreijahresabschluss erleichtert die langfristige Kalkulation für die Unternehmen“, erklärten die Arbeitgeberverhandler Bundesinnungsmeister Hans-Werner Frömmel und Fachverbandsobmann Hans Peter Haselsteiner. Und auch Josef Muchitsch und Johann Holper von der Gewerkschaft Bau-Holz freuen sich über einen gelungen Abschluss. „Damit sichern wir nicht nur das Realeinkommen für 130.00 Bauarbeiter und deren Familien, sondern empfehlen auch der Bundesregierung, die sozial ungerechten Härten im Pensionssystem für die Schwerarbeiter zu korrigieren“, so die Arbeitnehmervertreter.
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