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Nicht kleckern, klotzen

Es herrscht seltene Einhelligkeit. Von der Wirtschafts- bis zur Arbeiterkammer, von der Bundesinnung Bau bis zur Gewerkschaft, von den Bausparkassen bis zu Umweltorganisationen – die Liste ließe sich fast endlos fortsetzen. Und sie alle ziehen an einem Strang. Unter dem Motto »Umwelt + Bauen« wollen sie die Politik von der Notwendigkeit zielgerichteter Nachhaltigkeitsmaßnahmen überzeugen. Ganz oben auf der Liste steht die Steigerung der Sanierungsrate. Dafür sollen Fördergelder locker gemacht und die Aktion »Thermische Sanierung« fortgeführt werden. Schließlich wird der Nutzen der Aktion von allen Seiten anerkannt. Zumindest von fast allen. Vereinzelt gibt es auch Stimmen, die die Sinnhaftigkeit in Frage stellen. Marktbeobachter Andreas Kreutzer etwa behauptet, dass die erhoffte Hebelwirkung der Förderung bei plus-minus Null liegt. Starker Tobak für die geballte Phalanx der Befürworter. Seine Argumente klingen aber plausibel: Mit einer 15%-Förderquote lockt man niemand hinterm Ofen hervor. Es freuen sich lediglich diejenigen, die ohnehin saniert hätten. Damit relativieren sich natürlich auch die kolportierten 600 Millionen, die durch die Förderung an Gesamtvolumen ausgelöst worden sein sollen. Man könnte sagen: Der Staat hat 100 Millionen verpulvert für etwas, das auch ganz ohne seine Einmischung passiert wäre. Nicht, dass sich die Politik jetzt bestätigt fühlt, die Förderung für 2010 auf Eis gelegt zu haben. Im Gegenteil: Denn die Konsequenz aus diesen Überlegungen kann nur heißen, die Förderquote zu erhöhen, um neues Potenzial zu erschließen. Das passiert laut Studien aber erst ab einer Quote von 30 Prozent. Noch besser sind 50 Prozent, gekoppelt an das tatsächliche Vermögen der Antragsteller. Dann erreicht man diejenigen, die das Geld tatsächlich brauchen. Die sozial Schwachen, für die es nicht darum geht, ein paar Euro beim Heizen zu sparen und ein angenehmes Raumklima zu schaffen, sondern für die die Heizkosten im Winter ein echtes Problem darstellen.

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